„Kölle Alaaf, Alaaf, Kölle Alaaf“ – wer bei diesen Tönen einen verträumten Blick bekommt und in Gedanken an seinem nächsten Kostüm bastelt, scheint schon eingefleischter Karnevalist zu sein. Falls diese Beschreibung auf euch zutrifft, kennt ihr wahrscheinlich schon die Tipps und Tricks des kölschen Karneval.

Wenn ihr allerdings noch blutige Anfänger seid oder bisher keinen Spaß am Karneval feiern hattet, werden euch die folgenden Hinweise vielleicht weiterhelfen.

Wohin soll mer laufe – where to go

Für diejenigen, die den Straßenkarneval in Köln voll auskosten wollen, bieten sich – je nach Geschmack – die drei Partyzentren der Innenstadt an: Altstadt, Studentenviertel und Südstadt. In den Kneipen der Altstadt ist an Karneval viel los – allerdings findet man kaum einen Einheimischen unter den Feiernden. Das liegt unter anderem daran, dass in diesen Bars überwiegend Charthits gespielt werden und nur ab und zu mal ein Karnevalssong ertönt. Das geht dem Kölner definitiv gegen den Strich.

In der Altstadt landen deshalb überwiegend Touristen, die nicht genau wissen, wo sie feiern sollen und sich von der Menschenmasse, die aus dem Hauptbahnhof strömt, mitreißen lassen. Wer also auf internationale Bekanntschaften aus ist und keine Karnevalsmusik mag, ist hier goldrichtig. Das Studentenviertel – vor allem die Zülpicher Straße –  ist an Karneval brechend voll. Hier kann man bequem von Bar zu Bar wechseln oder einfach auf der Straße feiern. Die Hauptzielgruppe sind Studenten und Feierwütige in den 20ern. Ab Ende Zwanzig fühlt man sich hier unter Umständen schon etwas alt. Wer bis tief in die Nacht feiern und gerne verschiedene Bars ausprobieren möchte, wird sich hier wohlfühlen.

Am authentischsten feiert man in der Südstadt. In den Kneipen und Brauereien wird ausschließlich Karnevalsmusik gespielt und die Mehrheit der Jecken kann den Text der Lieder auswendig mitsingen. Hier wird man die meisten „echten“ Kölner antreffen. Schön ist auch, dass in der Südstadt mehrere Generationen unter einem Dach feuchtfröhlich zusammen feiern und schunkeln.

Karneval

Wat üvverall passeert – what to do

Neben dem Straßenkarneval gibt es viele schöne Veranstaltungen und Events, die während der Karnevalstage einen Besuch wert sind. Dazu gehören natürlich zum einen die beiden großen Karnevalsumzüge. Die Schull- und Veedelszöch feiern dieses Jahr ihr 80-jähriges Jubiläum. Neben den einzelnen Veedeln (Vierteln) Kölns beteiligen sich rund 40 Schulen an der Parade am Karnevalssonntag.

Der Rosenmontagszug ist das Highlight für viele Kölner Familien. Während sich die Eltern an den witzigen Motiven der Wagen erfreuen, fangen die Kinder fleißig Kamelle. Über 300 Tonnen Wurfmaterial werden jedes Jahr an die Zuschauer „verschleudert“. Bei den Kindern sind Süßigkeiten und Puppen sehr beliebt, Damen sammeln mit Vorliebe Strüßche (Blumensträuße). Es ist also für jeden Geschmack etwas dabei. Die teilnehmenden Sambagruppen sorgen währenddessen für musikalische Unterhaltung. Der Kölner Zug ist mit über 10.000 Teilnehmern der größte  Rosenmontagszug Deutschlands und lockt jährlich etwa eine Million Menschen in die  Domstadt.

Wer bis zum bitteren Ende durchhält, sollte sich den Abschluss der Karnevalszeit – die Nubbelverbrennung am Veilchendienstag  – unbedingt anschauen.  Viele Kölner Kneipen hängen während der Karnevalstage eine Strohpuppe – den Nubbel  – über ihre Türen oder Fenster. Diese Puppe wird Dienstag um Mitternacht vor den Kneipen verbrannt – und damit symbolisch auch alle während der Karnevalstage begangenen Sünden. Mehr Infos rund um den Kölner Karneval findet ihr bei KölnTourismus.

Kölner Dom als HDR

Pass op! – DOs and DON`Ts

Wer das Motto „Lache, fiere, danze“ befolgt, wird im Kölner Karneval viel Spaß haben. Es gibt aber noch ein paar kleine Tipps, die man beim Karneval feiern beachten sollte. Die erste Regel lautet natürlich: unbedingt verkleiden! Wer denkt, er hätte auch ohne Kostüm Spaß, irrt sich. Ohne Kostüm fällt man sofort negativ auf und muss viele blöde Kommentare einstecken. Falls Ihr keine Lust auf eine richtige Verkleidung habt, reicht auch schon ein aufgemaltes Herz auf der Wange oder eine witzige Perücke.

Karneval macht mehr Spaß, wenn man bei den Liedern mitsingen kann. Es ist also sinnvoll, sich die typischen Karnevalshits vorher ein paar Mal anzuhören. Was man auf jeden Fall zuhause lassen sollte: Wertsachen, die man nicht unbedingt braucht und die Lieblingsjacke. Taschen und Jacken werden im Getümmel schnell geklaut. Am besten steckt ihr Eure SIM-Karte noch in ein altes Handy, dann geht ihr auf Nummer sicher. In bestimmten Bezirken ist absolutes Glasverbot. Getränke sollten deshalb entweder in Plastikflaschen umgefüllt oder direkt zuhause gelassen werden.

Teuer wird es auch, wenn man beim Wildpinkeln erwischt wird. Im letzten Jahr mussten 279 Männer und 32 Frauen die Strafe von 35 Euro pro Pappnase zahlen. Also, anstellen lohnt sich! Ihr könnt Eintrittsgelder sparen, wenn ihr früh loszieht. Die meisten Bars verlangen nämlich erst Eintritt, wenn es voll wird. Und zum Schluss noch ein Tipp vom Hotelexperten: Hotelzimmer sind an Karneval heiß begehrt, früh buchen zahlt sich deshalb aus.

Welche Tipps für Karneval-Neulinge fehlen noch?

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Es gibt 12 Kommentare zu diesem Artikel

  1. […] Einen lesenswerten Beitrag zum Thema Karneval in Köln und „wo jommer hin“ oder „wo es jet loss“, können sie folgendem Link entnehmen „Viva Colonia – ein Kölsches Mädche über den Karneval“ […]

  2. Wir freuen uns schon so sehr auf dieses Jahr wieder in Köln dabei zu sein 😉

    Kann man einfach mit keiner anderen Stadt in Deutschland vergleichen, was da abgeht, einfach grandios und die Leute sind alle super gut drauf!

    LG,
    Susanne

  3. Hallo Susanne, schön, dass ihr uns quasi in unserer Heimatstadt besuchen kommt 😉 Wir wünschen euch ganz viel Spaß während der jecken Tage am Rhein! LG, Juliane

  4. Als Kölner kann ich nur sagen „Köln hat mehr zu bieten als Karneval“. Leider reduzieren uns viele auf den Karneval und unseren Dom. Köln hat aber vielmehr Romanische Kirchen als Gotische. Überall begegnet uns unsere 2000-jährige Geschichte. Am Rathaus finden wir die arächologische Zone; nicht weit davon das Prätorium; am Roncalliplatz das Duftmuseum; nur einen Steinwurf entfernt steht ein Teil der römischen Wasserleitung, die vor 2000 Jahren Köln mit Frischwasser aus der Eifel versorgt hat, eine architektonische Meisterleistung für die damalige Zeit; ganz in der Nähe die Apostelkirche; eine weitere Sehenswürdigkeit die Basilika St. Gereon auch nur ca. 500 m entfernt.

  5. Hallo Horst, da geben wir dir absolut recht! Wir als Kölner Unternehmen finden gerade die Vielfalt unserer Domstadt besonders schön – aber der Karneval ist natürlich ein Highlight gerade für Besucher aus nah und fern. Die von dir genannten Sehenswürdigkeiten sind aber allemal die Reise genauso wert 😉 LG, Juliane

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