Wie man sich bettet, so liegt man – in punkto Übernachtung haben Reisende heutzutage jede Menge Auswahl. Privatunterkünfte wie bei  Airbnb oder doch lieber klassische Hotelzimmer?

Welche Unterkunft passt zu Ihren Erwartungen?

Von der Schlafcouch im fremden Arbeitszimmer, über die schnuckelige Pension im Vorort bis hin zur sorgenfreien Luxusunterkunft – geschlafen wird, wo man sich wohl fühlt und was der Geldbeutel erlaubt. Gerade für unabhängige Reisende, die im Zweifel bereit sind, für etwas weniger Komfort, aber dafür in der Regel günstiger bei Locals zu übernachten, gewinnt die Online-Betten-Vermittlung Airbnb immer größere Bedeutung. Das Prinzip der kostenpflichtig zur Verfügung gestellten Privatunterkünfte ist einfach und simpel: Airbnb vermittelt Privatunterkünfte, die häufig mehr Platz und zentralere Lagen versprechen als preisähnliche Hotels. Dafür sollen weltoffene Gastgeber durch viel Authentizität und Insider-Tipps bieten, was gerade in größeren Hotel-Betrieben oft abhandenkommt – die sprichwörtliche persönliche Note, das „Zuhause-to-Go“ sozusagen. Aber können wir uns bei Fremden wirklich heimisch fühlen? Und wie glaubwürdig ist ein Bewertungssystem, das ausschließlich auf den Erfahrungen anderer Reisender beruht? Wie so oft, scheint es auch bei der Frage nach der „richtigen“ Unterkunft auf die eigenen Prioritäten und Erwartungen anzukommen.

Risikobereite Reisende können bei Airbnb „das Zuhause in der Ferne“ finden.

Viele Reisende sind überzeugt: Für Airbnb muss man „der Typ“ sein. Aufgeschlossen, ein bisschen risikofreudig und nicht zu pingelig, wenn es um die Sauberkeit geht. Zwar will Airbnb mittels seines differenzierten Bewertungssystems Reisenden in spe einen guten Überblick vermitteln, was für den jeweils ausgeschrieben Übernachtungspreis erwartet werden kann, doch da die Sternebewertung ausschließlich auf den subjektiv geprägten Erfahrungen ehemaliger Gäste beruht, sollte man nicht unbedingt davon ausgehen, dass sich diese mit dem eigenen Reinheitsempfinden decken.

Auch die Frage, ob man für seinen Aufenthalt ein einzelnes Zimmer oder im Sinne der klassischen Ferienwohnung eine ganze Unterkunft bucht, entscheidet nicht selten der Geldbeutel. Für Airbnb-Reisende, die sich statt der gesamten Unterkunft für ein einzelnes Zimmer entscheiden, gelten die klassischen WG-Regeln, die viele noch aus ihrer Studienzeit kennen: Ruhe, Reinlichkeit und Rücksichtnahme. Sich in der Räumlichkeit befindende persönliche Gegenstände des Gastgebers wollen pfleglich behandelt werden und nicht in der Hektik der An- und Abreise mit dem eigenen Hab und Gut vermischt werden.Zudem sollten Gäste sich nicht an fremden Utensilien im Badezimmer stören, die die „fremden Freunde“ im Zweifel nur beiseite geräumt haben. Viele Gastgeber vermieten ihre eigene Wohnung zum Beispiel unter, wenn sie selbst im Urlaub sind.

Die Stornierungsbedingen lassen sich variabel einstellen, so dass Gäste oftmals bis zu einem Tag vor Reisebeginn bis auf eine Servicegebühr kostenfrei stornieren können. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass die eigenen Reisepläne bei einer Airbnb-Buchung nicht in Stein gemeißelt sein sollten. So kann es bis zur letzten Minute zu einer potenziellen Stornierung der gebuchten Unterkunft kommen, wenn etwa der Gastgeber verhindert oder die Wohnung in einem nicht bewohnbaren Zustand ist, etwa aufgrund eines Wasser- oder Heizungsschadens. Der Reisende erhält in diesen Fällen zwar eine vollständige Erstattung bereits gezahlter Gebühren, muss sich jedoch im Zweifel bei bereits angetretener Reise kurzfristig um Ersatz bemühen.

Auf der anderen Seite lernt man bei einem Aufenthalt in einer fremden Wohnung in der Regel schnell neue Leute kennen, vorausgesetzt die Vermieter nehmen sich ein wenig Zeit, um die Gäste zu begrüßen und mit den Details von Wohnung und Wohngegend vertraut zu machen. Auch zu Hauptreisezeiten, wenn viele Hotels bereits ausgebucht sind oder die Preise weit über dem regulären Durchschnitt liegen, können Privatunterkünfte für viele eine clevere Alternative sein. Dafür ist die Verpflegung zumeist exklusive und für die Schlüsselübergabe bei An- und Abreise müssen Termine vereinbart werden. Kommt es dabei zu Missverständnissen oder ist einer der beiden Parteien verhindert, kann man schon mal vor verschlossener Tür stehen.

Mehr Sicherheit und Planbarkeit bieten klassische Hotelzimmer.

Für sicherheitsorientierte Reisende, die bereits im Vorfeld ihrer Reise eine sehr genaue Vorstellung von der Qualität und dem Service ihrer Unterkunft haben möchten, sind Hotels in der Regel die bessere Wahl. Eine standardisierte Sternebewertung, in Kombination mit umfangreich bebilderten Beschreibungen sowie Rezensionen ehemaliger Gäste geben ein Stückchen Sicherheit. Auch in punkto Anreise- und Abreisezeiten sind Hotelgäste in der Regel flexibler. Das kann im Zweifel etwas mehr kosten als eine kommerziell angemietete Privatunterkunft – muss es aber gar nicht. Denn mit ein bisschen Recherche können Reisende saisonunabhängig günstige Schnäppchen finden. Selbiges gilt für Last Minute Angebote, die besonders in Großstädten flexiblen Reisenden auch kurzfristig günstige Übernachtungen ermöglichen.

Gerade in zentralen Citylagen ist die Auswahl der Häuser zudem sehr groß und Mitarbeiter stehen oft rund um die Uhr für Fragen und Zusatzbuchungen zur Verfügung. Wenngleich auch Airbnb-Reisende, die sich für die Buchung einer gesamten Unterkunft entscheiden, in der Regel ein hohes Maß an Privatsphäre genießen, wird dieser Punkt oft den klassischen Hotels zugeschrieben. Schließlich sind die im Hotelzimmer befindlichen persönlichen Gegenstände in den allermeisten Fällen die eigenen. Und zu guter Letzt genießen Hotelgäste in vielen Häusern neben einem oft inkludierten Frühstücksbuffett häufig zumindest die Möglichkeit einer Vor-Ort-Verpflegung, ohne sich über Einkäufe, geschweige denn Abwäsche, Gedanken machen zu müssen.

Airbnb versus Hotel-Unterkunft: Auf die Bedürfnisse kommt es an.

Ob Airbnb-Unterkunft oder klassisches Hotelzimmer – wofür sich der Reisende letztendlich entscheidet, scheint ganz stark von den subjektiven Ansprüchen und Erwartungen abzuhängen. Risikobereite Reisende, die sich gern auf Neues einlassen und den Kontakt mit anderen Menschen nicht scheuen, können die Übernachtung und den Austausch in einer Airbnb-Unterkunft als große Bereicherung empfinden, die allerdings auch ihren Preis hat. Wer hingegen viel Wert auf Sicherheit, eine gute Planbarkeit und messbare Qualität seiner Unterkunft legt, wird sich in einem Hotelzimmer in der Regel am wohlsten fühlen und dabei – wenn er clever gebucht hat – nicht unbedingt mehr bezahlen.

WIE IST IHRE ERFAHRUNG? Bevorzugen Sie private Unterkünfte oder Hotelzimmer?

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